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HAUTNAH - Mariella Kerscher, Nina Radelfahr, Marie Madlen Weber
Für die Ausstellung im Museum Leingarten werden die drei Künstlerinnen Kerscher, Radelfahr und Weber zum zweiten Mal in einen Trialog treten und darin über Zyklen, Generationen und Metamorphose reflektieren. Nach einem Besuch und gründlicher Auseinandersetzung mit dem Haus ist folgendes Konzept entstanden:
Im großen Neubau begegnen sich die unterschiedlichen Positionen in raumgreifenden Installationen, Wandarbeiten und Skulpturen.
Im Bereich des Altbaus, der sich für die Künstlerinnen wie intimere Höhlen, Gefäße, Kokons oder Blasen anfühlt, die sich nahezu labyrinthisch miteinander verbinden, eröffnet sich ein Raum für sensible psychologische Beschreibungen von Zuständen.
Drei Künstlerinnen erkunden in der kommenden Ausstellung transformierende und zugleich normierende Kräfte. Ihre Arbeiten greifen auf Motive wie Meer, nährende Flüssigkeiten und Symbole der Leistungsgesellschaft zurück, um kulturelle Stereotypen und gesellschaftliche Erwartungen neu zu befragen. Zeichnungen auf Adhäsionsfolie, keramische Objekte, Malerei sowie Video- und Soundinstallationen verbinden sich zu einer gemeinsamen Erzählung über Durchlässigkeit, Wandel und der Suche nach Identitat.
Mariella Kerscher erforscht die Abhängigkeit des menschlichen Lebens von nährenden, essenziellen Flüssigkeiten. Dabei arbeitet sie nicht nur mit den ersten, uns alle verbindenden Nahrungsquellen, wie z.B. Plazentablut und Muttermilch, sondern auch mit weiteren Substanzen, wie Honig, Ol und Wasser.
Es entstehen Video-/Soundarbeiten, Papierarbeiten und Sammlungen von Flüssigkeiten, die durch mikroskopische Aufnahmen untersucht werden - im Spannungsfeld zwischen fragiler, fürsorglicher Zuwendung und technologischer Sterilität.
Nina Radelfahr beleuchtet die Verbindung zwischen Mensch und Natur, insbesondere zum Meer, dem Ursprung des Lebens. Die Elemente Natrium, Kalium und Kalzium tragen wir in nahezu gleichem Verhältnis in unserem Körper wie das Meerwasser. Sie schafft Verbindungen zwischen den Körpern und der umgebenden Natur, und erforscht fruchtbare und transformierende Potenziale von Meer und Mensch. Nina arbeitet mit Materialien aus dem Meer und bildet Analogien zu unserem menschlichen Leben. Das Meer wird hier als Metapher für den weiblichen Körper verwendet, der sowohl Leben geben als auch verschlingen kann.
Marie Madlen Weber künstlerischer Ansatz bewegt sich zwischen Dauerhaftem und Vergänglichem.
Durch das Verändern und Neuinterpretieren von Werkstoffen hinterfragt sie sowohl die vermeintlichen Eigenschaften des Materials als auch die menschliche Sehnsucht nach Beständigkeit. Mit psychologischem Interesse widmet sie sich den Prinzipien von Leistung und Erholung. Ihre Arbeiten reflektieren das Spannungsfeld zwischen kulturellen Erwartungen und persönlicher Erfüllung, ohne dabei den fortwährenden Prozess der Wandlung aus den Augen zu verlieren.
Gemeinsames Thema
Die drei Künstlerinnen verbindet ihre individuelle weibliche Sicht in einer Zeit, in der das Patriarchat bröckelt. Sie spannen einen Bogen von der Geburt und dem Nähren über die Verbindung unserer Körper zum Meer als Wiege der Evolution bis hin zu symbolträchtigen Gütern, die von Menschen geschaffen wurden.





